Schweiz
Gesellschaft & Politik

Nationalrat empfiehlt Heiratsstrafen-Initiative zur Ablehnung

Nationalrat empfiehlt Heiratsstrafen-Initiative zur Ablehnung

17.09.2025, 11:4517.09.2025, 11:45

Der Nationalrat empfiehlt die Initiative der Mitte zur Abschaffung der Heiratsstrafe bei der Bundessteuer ohne Gegenvorschlag mit 99 zu 92 Stimmen zur Ablehnung. Er hält das vorgeschlagene Modell für untauglich und bevorzugt die Individualbesteuerung.

Die Initiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare – Diskriminierung der Ehe endlich abschaffen» geht an den Ständerat. In der am Mittwoch fortgesetzten Debatte wollte der Nationalrat eine steuerliche Bevorzugung von Ehepaaren nicht in der Verfassung festschreiben.

Ehepaare sollen gegenüber Konkubinatspaaren nicht länger steuerlich benachteiligt sein. Der Ständerat nimmt einen neuen Anlauf, um die Heiratsstrafe abzuschaffen. (Symbolbild)
Die Heiratsstrafe ist der Mitte ein Dorn im Auge. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Eine vom Zivilstand unabhängige Besteuerung lasse sich so nicht erreichen, was eigentlich das Ziel sei. Die im Juni beschlossene Individualbesteuerung erreiche das jedoch und wahre den Spielraum, indem sie nicht in der Verfassung festgeschrieben sei.

Zudem würden dem Bund je nach Umsetzung der Initiative 700 Millionen bis 1,4 Milliarden Franken entgehen. Bei der Individualbesteuerung belaufen sich die Mindereinnahmen auf 600 Millionen Franken. Auch Finanzministerin Karin Keller-Sutter wehrte sich gegen die Initiative. (rbu/sda)

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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derXavi
17.09.2025 12:49registriert November 2022
"Die verheirateten Personen werden ungerecht behandelt, aber wenn wir das fixen würden, verpassen wir Steuereinahmen, deshalb bleibt die Ungerechtigkeit bestehen"

Hat irgendjemand wirklich gute und sachliche Argumente für eine Heiratsstrafe? Würde mich interessieren.
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Lou Disastro
17.09.2025 13:29registriert August 2020
Wenn die Heiratsstrafe wegfällt, gibt es die eine oder andere Frau, die in ihrem Job bleibt und... auch wieder Einkommens-Steuern zahlt. Das wird sich aber erst zeigen, wenn die Strafe wegfällt und sich die Gesellschaft ein bisschen verändert. – Unsere Politiker sollten sich nicht immer so von der Angst leiten lassen.
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